massel-Newsletter vom 24. April 2026
Liebe Lisa, Du bist vielseitig unterwegs als Musikerin, Malerin, Autorin und Hörbuchproduzentin. Jetzt kommt Dein neues Buch heraus „Edi Ameise und der grüne Kobolt“. Glückwunsch!
Wie kam es dazu, dass Du Geschichten für Kinder als Buch veröffentlichst und auch selbst als Puppenspiel vorträgst?
Die Geschichte ist mir zugeflogen, wie alles in meinem Leben. Ich habe eine Idee, dann setze ich sie um. Die erste Geschichte kam mir bei einem Spaziergang im Wald. Aber erst waren die Lieder da. Nach einer Woche habe ich 7 Lieder kreiert und die Geschichte in der Rohfassung. Da war meine Tochter 3, und das erklärt vielleicht diesen Bezug zu den Kinderliedern. Dann hat es noch eine Weile gedauert, bis ich die Geschichte dann aufgeschrieben habe. Und nachdem ich CD-Produktionen liebe, habe ich die erste Geschichte bald als Hörspiel herausgebracht. 2012 habe ich dann mit meiner Tochter zusammen ein Puppentheater gegründet, um dieses Hörspiel zu bewerben. Und jetzt lebe ich von meinem Theater.
Worüber erzählen Deine Geschichten, insbesondere Dein Hörbuch „Edi Ameise und der grüne Kobolt“? Gibt es einen Grund für die „Naturmagie", die Du in diesem Buch lebendig werden lässt? Gibt es eine Botschaft, die Du Kindern und Eltern überbringen möchtest?
Meine Geschichten erzählen über Freundschaft, Mut und Fantasie. Und der Grund für die Naturmagie ist: Ich hab mir als Kind schon Geschichten und Lieder ausgedacht. Ich bin auf dem Bauernhof mit Tieren aufgewachsen und war den ganzen Tag draußen in der Natur beim Spielen. Und für mich sind die Figuren real, und die Geschichten eine Mischung aus persönlichen Erlebnissen und Fantasie.
Meine Botschaft ist klar: Wer seinem Herzen folgt, ist auf dem rechten Weg.
Bei Edi Ameise bedeutet dies: Edi Ameise, die den Ameisenbau, also das System, verlässt, macht sich auf den Weg, weil sie Poetin werden möchte, das hat in einem Ameisenbau nichts zu suchen. Da geht's nur um Leistung. Und wie der kleine grüne Kobolt sagen würde: «Hast Du was in der Not, dann hast Du was auf's Butterbrot.» Er ist derjenige, der sie dann aus dem Ganzen herausholt, aus der Schwere in die Leichtigkeit.
Du widmest diese Neuveröffentlichung Mama Csanta. Gibt es da eine Geschichte dahinter, die die Herzen berührt? Was hat sie Dir im Leben geschenkt, was Dich jetzt diese wunderbaren Geschichten schreiben lässt? Ist sie auch die Illustratorin des Buchs?
Mama Csanta hat sie der kleine grüne Kobolt genannt, und sie ist unsere Mutter im Geiste. Die hat als Kind nur Elfen und Kobolde gezeichnet. Das muss man sich mal vorstellen! Ich hatte lange gesucht, bis ich eine passende Illustratorin gefunden hatte. Und sie ist mir vermittelt worden und hat meine Figuren durch die Illustrationen sichtbar gemacht. Und als ich sie besucht habe, habe ich gesehen, dass sie auch Puppenmacherin ist. Später hat sie meine Figuren als Handpuppen sichtbar gemacht, die sie für unser Theater kreiert hat. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Sie hat dadurch meine Lebensgrundlage erschaffen. Und ihr zu Ehren habe ich dann nach ihrem Tod 2023 das erste und zweite Buch selbst herausgebracht. Sie hat mir jedes Jahr bis zur 10. Folge für jedes der 7 Lieder, die es in den Geschichten gibt, eine Zeichnung gemacht. Und die lagen alle bei mir zuhause. Ich habe alle Geschichten als Hörspiele produziert, weil ich das selbst konnte und keinen Verlag dazu gebraucht habe. Und zum Glück habe ich jetzt einen Verlag.
Lisa Schamberger mit Max auf dem Stand des massel Verlags, Herrmannsdorfer Weihnachtsmarkt, 2025
Du gibst ja auch Deine Lieder zum Anhören zum Abrufen mit hinein? Also, bist Du auch als Musikerin in dem Projekt unterwegs. Was ist das Besondere an Deiner Veröffentlichung, was Dich selbst glücklich macht?
Ich bin Musikerin und seit 1999 freischaffend mit Instrument und Stimme. Ich danke vor allem dem verstorbenen Fritz Gschwendtner, dem Opernsänger, der mich darin gefördert hat, meine Stimme verstellen zu dürfen. Das hatte sonst in dem Feld des klassischen Gesangs keinen Platz., wo es darum geht, nur die eigene Stimme zu entwickeln. Ich kann jedoch unglaublich gut imitieren.
Musik und Geschichten gehören zusammen. Inzwischen gibt es knapp 100 Kinderlieder. Die schüttele ich aus dem Ärmel. Ich gehe durch den Wald, und wenn ich in einer Geschichte drin bin, bekommt jede Figur ein Lied. So habe ich nach jedem Spaziergang ein neues Lied. Die Melodie ist sowieso sofort da. Und dann setze ich mich daheim ans Akkordeon und notiere dann die Akkorde. Was mich da glücklich macht, ist, dass ich dadurch Freude und Mut verbreiten kann. Es kommt eben immer auf den Blickwinkel im Leben an. Und mit Humor macht das Leben mehr Spaß.
Manche Mitwirkende eines Projekts sieht man nicht. Gibt es Menschen, die Du noch erwähnen möchtest und für die Du dankbar bist?
Es gibt viele Menschen, denen ich danken möchte. Am meisten meiner Tochter Maria Ramona Engel, weil die meisten Geschichten mit ihr im Spiel entstanden sind. Und oft waren es auch ihre Ideen in den ersten Folgen. Sie hat die ersten Jahre nicht nur im Puppentheater mitgewirkt – sie macht Regie von Anfang an, was nicht immer so leicht war, weil wir oft unterschiedliche Dinge wollten. Jetzt ist sie 21 und macht viel Lektorat, viel Videoarbeit, die Trailer zu den Puppentheaterstücken, den Buchsatz hat sie gemacht, bevor wir den massel Verlag gefunden haben. Und sie spricht Edi Ameise und Trixi Hörnchen in den inzwischen 13 Hörspielen.
Dann danke ich unserem Hörspielteam bestehend aus meiner Tochter, dem Multi-Instrumentalisten und musikalischen Genie Johann Bengen, der alle meine Lieder arrangiert und sie einspielt. Ich komme also mit Akkordeon ins Studio, spiele das Lied ein und er macht die ganze Band dazu, arrangiert als Studiotechniker dann auch das Lied. Mein Dank gebührt auch seiner Frau, Mene Costa-Bengen, ein Stimmwunder, Musikerin, Sprecherin mit tausend Ideen, und deren Tochter Amelia Costa-Bengen, die seit 2013 als Sprecherin mit dabei ist.
Was freut Dich besonders, wenn Du mit Kindern zu tun hast?
... dass sie sich so begeistern lassen, mit Musik und dem Spiel und beim Tanz, den es nach jedem Theaterstück gibt. Aktuell spiele ich 7 Stücke parallel und alle Stücke sind interaktiv, das heißt wir spielen miteinander, und das macht unglaublich viel Spaß. Also auch ein Stück, das ich von Anfang an im Repertoire habe, ist immer wieder neu, weil es davon lebt, wie die Kinder sich einbringen.
Was möchtest Du mit Deinen Geschichten in der Welt bewirken?
Mehr Miteinander, mehr Rücksicht aufeinander, mehr Mitgefühl mit allen, denen es nicht so gut geht, mehr Musik und Freude im Spiel miteinander und die Dankbarkeit für die Natur, die uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen.