Die Welt steht Kopf

Gedichte

Freiheitseinschränkungen, Kriegshysterie, neue Sprachregelungen: In seinem Gedichtband thematisiert Eugen Zentner die gesellschaftspolitischen Veränderungen der letzten Jahre. Er greift Ereignisse auf und parodiert den Zynismus herrschender Narrative. Seine Verse oszillieren zwischen Medien- und Ideologiekritik, zwischen Gegenwartsbeschreibung und Zeitdiagnose. Sie entlarven und üben Kritik, mal ironisch-sarkastisch, mal ernst und einfühlsam.

 

„Zeitgeschichte in Versen: Der Chronist und Erzähler Eugen Zentner präsentiert in diesem Buch Gedichte, die alle großen Themen aufgreifen und so eine Gegenwartsdiagnose im Schnelldurchlauf erlauben.“

                                   Michael Meyen, Medienwissenschaftler und Journalist

 

„Entsetzen, Zorn, auch Enttäuschung und Traurigkeit über diese Zeit und ihre Menschen. Das zuzuspitzen in dichter Lyrik, das gelingt Eugen Zentner hier beeindruckend und berührend zugleich.“

                                   Helmut Schleich, Kabarettist

 

„In starken, prägnanten Gedichten bearbeitet Eugen Zentner die gesellschaftlichen Reizthemen unserer Zeit. Kritisch, deutlich und unbedingt lesenswert!“

                                   Sonja Silberhorn, Schriftstellerin

 

„Keiner hat die Geschichte der letzten Jahre so in Poeme gereimt wie Eugen Zentner. Und seine sprachlichen Pointen laden ein, diese Gedichte auch zu singen. Oder als kleine Flugblätter zu verteilen. Wie auch immer, hier kommen sie nun als Buch und das ist ein Glück für die einen und vielleicht ein Ärgernis für andere, für Mitläufer oder Ideologen. Mögen diese klaren Texte in die Alltagssprache einfließen!“

                                   Karsten Troyke, Musiker


Medienecho

Lesung: Die Welt steht Kopf – Gedichte Termin
27.02.26 19:00 Uhr
Lesung: Die Welt steht Kopf – Gedichte
MÜNCHEN, Schleißheimer Straße 189 (Bürgerbüro der Basis)

Autor

Eugen Zentner

Eugen Zentner

Eugen Zentner, Jahrgang 1979, studierte Germanistik und Philosophie in Leipzig. 2016 promovierte er in Oldenburg in der Literaturwissenschaft zum Thema Autofiktion. Ein Jahr darauf absolvierte er eine Ausbildung zum Drehbuchautor.

Zentner lebt und arbeitet als freier Kulturjournalist und Schriftsteller in Berlin. Seine Beiträge erscheinen regelmäßig bei den NachDenkSeiten, Transition News, dem Magazin Die Freien und auf dem Portal der Freien Medien-Akademie. Zudem arbeitet Zentner als Nachrichtenredakteur für den Radiosender Kontrafunk. Zuletzt erschienen von ihm das Sachbuch Kunst und Kultur gegen den Strom und der Kurzgeschichtenband Corona-Schicksale.

 

Leseprobe

Neue Diskussionskultur

Wir reden aufeinander ein
Bekriegen uns im Sprachgefecht
Wir dulden kein empörtes Nein
Und greifen an, ganz selbstgerecht

Vokalpatronen schießen wir
In dieser Überredungsschlacht
Wir ringen wie ein wilder Stier
Verleihen Verben rohe Macht

So mancher Konsonant verliert
Im Argumentenzank subtil
Die zarte Unschuld, die ihn ziert
Und mausert sich zum Projektil

In apodiktischer Manier
Bekämpfen wir die falsche Sicht
Wir nehmen Silben ins Visier
Und jeden Laut, der widerspricht


Vierte Gewalt

Ihr wart bekannt vor vielen Jahren
Für euren Mut zu kritisieren
Mit unerschrockenem Gebaren
Ihr krocht noch nicht auf allen Vieren

Ihr habt ins Fadenkreuz genommen
Die feinen Herren dort ganz oben
Ihr seid nicht mit dem Strom geschwommen
Und wolltet sie nicht ständig loben

Ihr nahmt die Schrift noch als Vehikel
Für euren Schatz an Argumenten
Ihr schriebt noch keine Schmähartikel
Erst recht nicht über Dissidenten

Die einst von euch gedruckten Zeilen
Sie waren wahrhaft, nicht erlogen
Geschrieben ohne sich zu eilen
Thematisch breit und ausgewogen

Ihr habt beschrieben selbst beim Laufen
Nur wie es ist und nichts geglättet
Nicht stets versucht, uns zu verkaufen
Wie ihr die Welt doch gerne hättet

Ihr tratet an zu kontrollieren
Als vierte Säule dieses Staates
Begannt dann nach der Macht zu gieren
Und wurdet Teil des Apparates


Pressekonferenz-Jargon

Vielen Dank für diese Frage
Ihr Vertreter freier Presse
In der aktuellen Lage
Ist das aller Interesse

Leider können wir nichts sagen
Wollen auch nicht spekulieren
Müssen selber erstmal fragen
Dürfen es nicht kommentieren

Fragen können überborden
Und die Antwort muss genügen
Was zuvor gesagt ist worden
Dem ist nichts hinzuzufügen

Nächste Frage ist nicht schlüssig
Können wir nicht stets umkreisen
Deshalb wollen wir recht flüssig
Auf ein Dokument verweisen

Was Sie gierig hier erfragen
Wird geprüft doch schon seit Wochen
Bitte keine weitren Klagen
Wird bald nachgereicht – versprochen!

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